Soester Bandleader
entdeckt neues Talent
Susanne Pechel gewann Musik-Wettbewerb. Jochen Gottwald fördert die 37-jährige, die als Tropenärztin arbeitet
SOEST / MÜNCHEN. "Ich bin wie ein Steinmetz - ich muss immer etwas schaffen." Umtriebig und agil wie eh und je hat sich Jochen Gottwald einer neuen Aufgabe zugewandt: Der einstige Chef der Soester Gottwald-Singers fördert junge Musiktalente - und das mit ebenso großem Erfolg, mit denen er 43 Jahre selber als Bandleader (bis 1997) Musik gemacht hat. Sein aktueller Star heißt Susanne Pechel, die beim Komponistenwettbewerb des Verbands Deutscher Musikschaf-fender ganz souverän den ersten Platz in der Sparte Internationale Pop-Musik abge-räumt hat und so gar nicht ins landläufige Bild der Möchtegern-Stars-und-Sternchen passen will. Während sich die (wenig begabten) Küblböcks und Konsorten den Hintern aufreißen, um vor den

"Immer etwas schaffen". Jochen Gottwald (l) fördert Susanne Peschel. Rechts Choreograf Robert Downer - Foto: Fastnacht
Kameras zu landen und vielleicht einen Brot bringenden Plattenvertrag zu ergattern, hat Susanne Pechel den ihr angebotenen Fünf-Jahres-Vertrag abgelehnt. Denn die 37-jährige ist von Haus aus Tropenärztin und sieht ihre Aufgabe und Passion darin, Menschen in Afrika zu helfen. Dass sie gleichsam nebenbei sehr gut singen kann und durchaus das Zeug hätte, in der Musik- und Showbranche ein Vielfaches zu verdienen, lässt sie kalt und ehrt sie.
Da verwunderte es auch nicht, dass bei ihrem Auftritt in Aachen die Stimmen von Kindern aus Singida in Tansania miteingespielt wurden. Jenen Mädchen und Jungen, die sie über ihr eigenes (1992) gegründetes Hilfswerk kennen gelernt hat. Aber Gottwald ist nicht der einzige Soester, der mit am erfolgreichen Auftritt Pechels beteiligt war.
Klaus Fastnacht, gelernter 3D-Animateur, wirkte hinter den Kulissen genauso begeistert mit wie seine beiden Zwillingstöchter Claudia und Conny, die die Background-Dancer verstärkten. Und der Werler Daniel McNamara sorgte bei dem Auftritt und vor allem bei den in München folgenden Filmaufnahmen für eine DVD für die Postproduction.
Apropos Filmaufnahmen: "Steinmetz" Gottwald zieht bei alledem nicht nur die Fäden und überrascht mit seinen Ideen, er greift inzwischen auch selber zur Kamera und besorgt die Videobilder. Fasziniert ist er aber von einem weiteren Fachmann am Set: von Robert Drowner, den er als Choreograf für die Auftritte Susanne Pechels gewinnen konnte. Drowner zählt zu den erfolgreichsten seiner Branche, hat an der Ballet Rambert School in London gelernt und Tanzszenen zu so bekannten Musicals und Opern wie Samson and Delila oder Tabaluga mit Peter Maffay kreiert.
"Ein Wahnsinns-Erlebnis", schwärmt Jochen Gottwald noch heute von den Tagen in Aachen und München, "mit so tollen Leuten zusammenarbeiten zu dürfen". Dass daran reihenweise Mitstreiter aus dem beschaulichen Soest mitgewirkt haben, freut ihn umso mehr. hs
Soester Anzeiger vom 28.11.2003